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Das neue Hauptgebäude der EZB in Frankfurt am Main



August 31st, 2012 · Keine Kommentare

Jeder der schon einmal in Frankfurt am Main war kennt dessen in Deutschland einmalige Skyline, denn keine andere deutsche Stadt hat so viele und so hohe Wolkenkratzer wie Frankfurt am Main. Allen voran ragt der Commerzbank Tower mit 259 Meter struktureller Höhe bzw. mit fast 300 Meter bei Hinzurechnung der nachträglich angebrachten Antenne in den Frankfurter Himmel.


Nun kommt ein Blickfang hinzu: Ein neuer spektakulärer Wolkenkratzer an der Frankfurter Großmarkthalle wird das neue Hauptgebäude der Europäischen Zentralbank, entworfen vom Architekturbüro Coop Himmelb(l)au. Aber nun weiter zum Projekt…

Fakten zur Entstehung
Der neue Gebäudekomplex der Europäischen Zentralbank soll im Jahre 2013 nach einer rund dreijährigen Bauphase vollständig errichtet sein. Mit den Bauarbeiten wurde im Frühjahr 2010 begonnen. Nach einer Vorbereitungsphase von acht Jahren seit der Bewerbungsphase für Architekten bis zum Beginn der Bauarbeiten hat sich am Gesamtkonzept nur wenig verändert. Die gesamten Baukosten betragen 500 Millionen Euro. Hauptziel der Planung war es, die über verschiedene Gebäude in der Stadt verteilten Mitarbeiter der EZB in einem auf Ökologie und Nachhaltigkeit ausgerichteten Gebäudekomplex zusammenzuführen.


Die Kombination von alten und neuen Gebäudeteilen
Als Standort wählten die Verantwortlichen den Frankfurter Stadtteil Ostend, auf dem Gelände der ehemaligen Großmarkthalle. Bei dem neuen Gebäudekomplex wurden die denkmalgeschützte Großmarkthalle und der sie umgebende Grüngürtel mit einbezogen. Sie soll in ihrem wesentliche Erscheinungsbild bestehen bleiben. Im Wesentlichen beinhaltet das Gebäudekonzept drei Hauptelemente: Die 1928 erbaute Großmarkthalle mit einer Grundfläche von über 12.000 Quadratmetern, die beiden Bürotürme und den Atriumbereich, der beide Türme statisch verbindet. Insgesamt sind es 14 Atriumebenen, die zwischen den Türmen montiert werden. Über der Skyline von Frankfurt sollen die 45 und 43 Stockwerke hohen Türme in einer Höhe von 185 Metern aufragen. Die Markthalle soll nach einer Sanierung und dem Umbau wesentlicher Bestandteil des Sitzes der EZB sein. In Ihr sollen Videokonferenzräume, Mitarbeiterkantine und Besprechungsräume untergebracht werden. Eine spezielle Rampe zum Geldtransport soll es nicht geben, da die Euronoten und -münzen nicht vor Ort hergestellt werden. Der neue Eingangsbereich verbindet die alten und neuen Gebäudebereiche.

Verwendete Materialien
Für die Fassaden der beiden Türme wird Glas, Klinker und Metall verwendet. Die Markthalle bleibt mit ihrer aus Beton und Klinker bestehenden Fassade klar als Traditionsbauwerk in ihrem Charakter erhalten. Dem entgegen stehen die beiden Bürotürme, deren Fassade aus mehreren Schichten Glas zusammengesetzt ist. Trotz deren Abgeschlossenheit lassen sich zur Belüftung einzelne Fenster direkt öffnen. Für ein gutes Innenraumklima werden Gläser verwendet, die die Wärme und Sonneneinstrahlung nach außen ablenken. Rund 4.200 Tonnen Stahl waren notwendig, um die drei Meter dicke Bodenplatte der Doppeltürme zu armieren. Beim Aushub der Baugrube wurden 97 Gründungspfähle in eine Tiefe von 37 Metern getrieben, in denen Leitungen für die geothermische Anlage integriert sind. Auch beim Bau wurden nachhaltige Konzepte angewendet. So wurden bei dem Rückbau anfallende Materialien wie Holz oder Ziegel aufbewahrt und für den weiteren Bau verwendet. Was sich nicht verwenden ließ, wurde recycelt.


Besonderheiten des Energiekonzepts
Das Energiekonzept des Gebäudekomplexes steht auf verschiedenen Säulen. Es setzt auf ein hohes Maß an Nachhaltigkeit. 30 Meter unter der Erde sorgen geothermische Leitungsschleifen in den Wintermonaten für die Heizung und in den Sommermonaten für Kühlung. Deswegen kann in einigen Gebäudeteilen ganz auf eine Klimaanalage oder Heiztechnik verzichtet werden. Im Winter wird die Abwärme des Rechenzentrums zur Beheizung der Büroräume verwendet. Spezielle Tageslichtsensoren reduzieren effizient den Einsatz von Kunstlicht. Auf der 10.000 Quadratmeter großen Fläche des Daches der Großmarkthalle sammelt sich Regenwasser, das dann in ein speziell konstruiertes Bewässerungssystem für die Gärten und für die Wasserversorgung der sanitären Anlagen geleitet wird. Insgesamt ist das Energiekonzept sogar so effizient, dass die Mindestanforderungen der Energiesparverordnung von 2007 um 30 Prozent übertroffen werden.

Nun möchten wir Euch noch mit ein paar weiteren technischen Details und Fotos versorgen:

EZB Frankfurt . Nahaufnahme . ebenerdig

EZB Frankfurt . Nahaufnahme . ebenerdig

Und für alle, denen es immer noch nach mehr Zahlen und Fakten zu Mute ist, empfiehlt die Redaktion von baupedia.de den Besuch auf architekten24.de.

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