baupedia.de

Bauprojekte aus Deutschland, Europa und der Welt

baupedia.de header image 2

Das Münchner U-Bahn-Netz



Juli 18th, 2010 · 2 Kommentare

Müchner U-Bahn Eingangszeichen . kleinAngesichts des positiven Images Münchens als Weltstadt ist es ein wenig verwunderlich, dennoch die Münchner U-Bahn wurde erst am 19. Oktober 1971 in Betrieb gestellt. Bis dato konnte der tägliche Personenverkehr weitestgehend noch durch das etablierte Trambahnnetz gemeistert werden. In Hinblick auf die 1972 in München stattfindenden Olympischen Spiele wurde es jedoch nötig, nun ein U- und S-Bahnnetz zu errichten, welches bis zum heutigen Tage deutlich ausgebaut wurde. München war damit nach Berlin (bereits am 18.02.1902) und Hamburg (bereits am 15.02.1912) die dritte deutsche Stadt, in der ein U-Bahnnetz in Betrieb genommen wurde.


Pläne für eine Münchner U-Bahn gab es hingegen deutlich früher! Bereits im Jahr 1905 existierten erste Planungen, welche aber für die damaligen Personenvolumina zu groß ausgerichtet waren. Auch im Dritten Reich plante man ab dem Jahre 1936 den Bau einer elektrischen Untergrundbahn, welche auch teils umgesetzt wurden: So entstand ab 1938 bereits die Strecke Goetheplatz / Sendlinger Tor (heutige U3 und U6 Linie) inklusive der Haltestellen und Bahnhöfe. Ein Ende fand das Bauprojekt jedoch durch den Beginn des Zweiten Weltkrieges.

Nach Kreigsende galt es vor kostenintensiven Neubauten erst einmal wieder das vorhandene aber zerstörte Trambahnnetz in Betrieb zu nehmen, welches aber durch den kommenden starken Bevölkerungszuwachs Münchens mehr und mehr an seine Grenzen stieß. Daher beschloss der Stadtrat im Jahre 1959 endgültig den Bau der Münchner U-Bahn. Deutlich beschleunigt wurde das Bauvorhaben 1966 durch die Vergabe der Ausrichtung der XX. Olympischen Spiele des IOCs an München. Bis zur Eröffnung der Spiele wurden am 19.10.1971 die Strecke der U6 zwischen Kieferngarten / Goetheplatz und am 08.05.1972 die Strecke der U3 Münchner Freiheit / Olympiazentrum in Betrieb genommen. Die S-Bahn wurde ebenfalls in diesem Zeitraum eröffnet, dazu aber in einem anderen Artikel mehr.

Bis heute existieren die folgenden Strecken:

Linie Verlauf Streckenlänge Stationen Durchschnittlicher Stationsabstand
Logo U-Bahnlinie U1 München Olympia-Einkaufszentrum – Westfriedhof – Hauptbahnhof – Sendlinger Tor – Kolumbusplatz – Mangfallplatz 12,185 km 15 870 m
Logo U-Bahnlinie U2 München Feldmoching – Harthof – Scheidplatz – Hauptbahnhof – Sendlinger Tor – Kolumbusplatz – Giesing – Innsbrucker Ring – Trudering – Messestadt Ost 24,377 km 27 938 m
Logo U-Bahnlinie U3 München Moosach-Olympia-Einkaufszentrum – Olympiazentrum – Scheidplatz – Münchner Freiheit – Odeonsplatz – Marienplatz – Sendlinger Tor – Implerstraße – Obersendling – Fürstenried West 19,444 km 25 800 m
Logo U-Bahnlinie U4 München Westendstraße – Heimeranplatz – Theresienwiese – Hauptbahnhof – Karlsplatz (Stachus) – Odeonsplatz – Max-Weber-Platz – Arabellapark 9,245 km 13 770 m
Logo U-Bahnlinie U5 München Laimer Platz – Westendstraße – Heimeranplatz – Theresienwiese – Hauptbahnhof – Karlsplatz (Stachus) – Odeonsplatz – Max-Weber-Platz – Ostbahnhof – Innsbrucker Ring – Neuperlach Zentrum – Neuperlach Süd 15,435 km 18 908 m
Logo U-Bahnlinie U6 München Garching-Forschungszentrum – Fröttmaning – Münchner Freiheit – Odeonsplatz – Marienplatz – Sendlinger Tor – Implerstraße – Harras – Klinikum Großhadern 27,416 km 26 1097 m

(860 m innerhalb Münchens)

Im Münchner U-Bahnnetz sind bis auf die oberirdischen Stationen Studentenstadt (U6), Freimann (U6), Kieferngarten (U6), Fröttmaning (U6), Garching-Hochbrück (U6) und Neuperlach Süd (U5) sämtliche Haltestellen in Form von Tunnelbahnhöfen (hierzu folgt noch ein Artikel) mit zumeist 120 Meter langen Bahnsteigen erbaut.


Hierbei handelt es sich zumeist um zweigleisige Mittelbahnsteige. Bei den viergleisigen Kreuzungsbahnhöfen Scheidplatz (U3 / U6) und Innsbrucker Ring (U2 / U5) treffen sich jeweils zwei Linien einer Richtung an einem Mittelbahnsteig, somit bestehen diese Bahnhöfe aus zwei Mittelbahnsteigen. Als Stationen mit Seitenbahnsteige sind lediglich die zweigleisigen Haltestellen Olympia-Einkaufszentrum (U1), Richard-Strauss-Straße (U4), Neuperlach Süd (U5), Garching-Hochbrück (U6) und Nordfriedhof (U6) errichtet. Bei den Stationen Hauptbahnhof (U1 / U2 / S-Bahn) und Münchner Freiheit (U3 / U6) handelt es sich um Verzweigungsbahnhöfe, da sich dort die Linien U1 / U2 und die Linien U3 / U6 trennen und bis Linienende ihre eigenen Wege gehen. Als dreigleisige Bahnhofsvarianten sind die Implerstraße (U3 / U6), Max-Weber-Platz (U4 / U5) und der Kolumbusplatz (U1 / U2) gebaut, Olympiazentrum (U3), Kieferngarten (U6) und Fröttmaning (U6) sind ebenfalls viergleisig erbaut.

Mindestens bei den Bahnhöfen Sendlinger Tor (U1 / U2 kreuzt U3 / U6) und beim Marienplatz (U3 / U6 kreuzt S-Bahn) kann man von einem unterirdischen Turm- bzw. Etagenbahnhof sprechen.

Und für alle, die neben aktuellen Infos der Münchner U-Bahn gern noch einen Plan des Netzes zur Veranschaulichung wünschen, geht es hier zu den offiziellen Netzplänen und weiterführende Informationen des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (kurz MVV):

U-Bahn-Netzplan 2011

Tram- und Metrobusnetzplan

Fahr- und Netzplan der Münchner Nachtlinien

Und für ein paar wirklich wunderbare Fotoimpressionen Münchner U-Bahnhöfe kann ich nur den folgenden Beitrag des Blogs achtneun.com.

Zum Abschluss: Auf der Seite der sueddeutschen.de findet Ihr auch noch ein unterhaltsames A bis Z der Münchner U-Bahn.

Share with friends
  • PDF
  • Add to favorites
  • Facebook
  • Twitter
  • Technorati
  • Google Bookmarks
  • del.icio.us
  • LinkedIn
  • Blogosphere
  • Google Buzz
  • Tumblr

Tags: , , , , , , , , , ,

2 Antworten bis jetzt ↓

Hinterlasse ein Kommentar