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Aufbau und Einsatz von Schallabsorbern



August 12th, 2012 · 1 Kommentar

Heute soll es in unserem Artikel einmal um Schallabsorber gehen, wie sie auch bei der Kleinen Olympiahalle im Münchner Olympiapark verbaut wurden, um eine ideale Konzertakustik zu erzeugen (Artikel folgt). Aber auch im privaten Bereich sind Schallabsorber durchaus sinnvoll:

Holz ist einer der wichtigsten Rohstoffe, mit denen man die Raumakustik optimiert. So wird dieser Rohstoff in vielen Varianten benutzt und auch mit anderen Materialien kombiniert. Im Bereich Mittel- und Hochtonbereich werden bevorzugt Schlitz- und Lochplattenabsorber verwendet. Dies ist beispielsweise eine Akustikplatte, die an Wand oder Decke montiert wird. Sehr häufig werden hierbei dann geschlitzte oder gelochte Holzplatten hergenommen und mit einer porösen Schicht wie etwa Mineralfaser- oder Weichfaserplatten beklebt. Wenn der Lärm zu groß ist, wie dies häufig in Fabrikhallen der Fall sein kann, werden um die Raumakustik zu optimieren, auch zementgebundene Holzwolleplatten eingesetzt.


Diese Absorber sind allesamt ähnlich aufgebaut. Außen werden Holzriemen mit Luftspalten gelegt, welche mit einer dicken Schicht eines porösen Materials wie Mineralfaserplatten befüllt sind. Je größer der Anteil der Luftspalten, desto größer wirkt der Absorber zu höheren Frequenzen. Dies ist jedoch kaum notwendig, da im Raum ohnehin hohe Frequenzen automatisch herausgefiltert werden. Somit reicht es, wenn ein Schlitzanteil von 15-20% gegeben ist. Für den Tieftonbereich ist es am wirkungsvollsten, wenn zwischen harter Wand und Mineralfaserplatte ein geringer Luftabstand eingehalten wird.

Auch bei den Lochplatten ist das System ähnlich. Eine gelochte Platte befindet sich vor einem porösen Material. Der Lochanteil beträgt ähnlich wie bei den Schlitzplatten 10-25%. Die verschiedenen Absorbertypen können mit Plattenschwingern so kombiniert werden, dass sich im Raum die gewünschten Nachhallzeiten einstellen.

Lochplatten gibt es in unterschiedlichen Formen zu erwerben. Einerseits kann der Durchmesser der Löcher geändert werden, andererseits der Anteil der Löcher sehr hoch werden. Eine derartige Akustikplatte ist sowohl für die Wand als auch für die Decke erhältlich. Bei geringer Raumhöhe sollte man eher Absorber für die Wand einbauen.


So manche Akustikplatte für Wand und Decke ist auch in eingebauter Form erhältlich. Beispielsweise als Wand für Kästen oder Regale. Der Vorteil ist hierbei, dass man keine neuen Holzmöbel einzubauen braucht. Und vorallem sind sie effektiver als im Raum extra installierte Platten, da diese sich in der gleichen Höhe wie die Schallquelle befinden.

Praktisch wird das Thema im kommenden Artikel über die Kleine Olympiahalle im Olympiapark im Münchner Norden angesprochen, welche nach Umbau gern als Konzerthalle genutzt wird und mit einer sehr guten Klangqualität aufwarten kann.

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1 Antwort bis jetzt ↓

  • 1 Berthold // Mai 24, 2013 at 15:17

    Die vorgestellten Lochplatten-Absorber sind aufgrund der eher industriellen Optik im Privatbereich meiner Ansicht nach nicht die beste Lösung. Hier eignet sich eher der Einsatz von porösen Absorbern die z.B. mit Stoff bespannt wurden. Damit lässt sich eine Bild- oder Design-Elemente-Optik erzeugen, was die Integration solcher Elemente in Wohnräume enorm erleichtert. Lochplatten haben natürlich den Vorteil, dass der zu absorbierende Frequenzbereich mittels einiger Parameter wie z.B. Lochgröße/Verhältnis Löcher eingestellt werden kann.

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