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The Art Gallery of Ontario ein weiteres Meisterwerk von Frank Gehry



Januar 2nd, 2013 · Keine Kommentare

Kanada hat in Sachen Kunst viel zu bieten. Ein gutes Beispiel dafür stellt die Art Gallery of Ontario dar. Sie wurde im Jahr 1900 von einer Gruppe von Privatleuten unter dem Namen Art Museum of Toronto gegründet und 1966 in die heutige Art Gallery of Ontario umbenannt. Auf insgesamt 45.000 Quadratmetern werden heute über 68.000 Exponate von vielen Künstlern aus den verschiedenen Kunstriegen ausgestellt. Besonders die Skulpturen des englischen Künstlers Henry Moore finden in den Hallen der Art Gallery of Ontario ihren Platz. Die großen Bronze-Statuen und seine weiteren Werke aus Gips brauchen viel Platz, was ein Grund für den Ausbau und die Neugestaltung der Hallen war. Im Jahre 2008 wurde die Gallery von niemand Geringerem als dem Architekten Frank Gehry (siehe auch Artikel zum Beekman Tower) umgebaut und so zu einem Kunstwerk selbst erschaffen. Der halb Kanadier, halb US-Amerikaner hat für die Planung des Gebäudes vier Jahre benötigt und ein unverwechselbares und provokantes Heim, passend zu der ausgestellten Kunst, entworfen.


Ein wichtiges Merkmal der umgesetzten, zeitlosen aber auch sehr modernen Architektur ist die Einbindung der Stadt, die offen und transparent gehaltene Gallery, und die durch die Räumlichkeiten perfekt in Szene gesetzten Kunstwerke. Der Südflügel, mit Blick auf den Grange Park, ist mit großen Fenstern versehen, die einen optimalen Tageslichteinfall in die Räume der Gallery ermöglichen. Die Verwendung und der offene Umgang der einfachen Materialien wie Holz, Stahl und Glas geben den Besuchern in den Hallen das Gefühl, als wären sie im Freien. Auf diese Weise wird das Umfeld der Gallery mit in die Räume aufgenommen und stellt an sich auch schon ein Kunstwerk dar. Auch die innen liegenden Treppen, Wege und die Außenwände sind eigene Kunstwerke, die in voluminöser Form die Hallen der Gallery erfüllen. Ein gutes Beispiel dafür ist eine große, ungleichmäßig gewundene Treppe, deren mit Holz verkleidetes Geländer den Eindruck einer Wand vermittelt. Die wabenähnlichen Glasfassaden, durch die die Stadt und der Grange Park zu sehen sind, geben dem Ausblick einen interessanten Rahmen, der sich je nach der Position des Standortes verändert.

Jährlich finden sich fast eine Million Besucher in den Ausstellungshallen der Art Gallery of Ontario wieder, die sich von den Kunstwerken und der Architektur begeistert zeigen und somit den Künstlern ein offenes Ohr entgegen bringen. Für Museen und Kunstgallarien eher untypisch, ist der sogenannte “social gathering place”. Der Treffpunkt für Kunstinteressierte und Künstler stellt in der Gallery eine große Rolle dar. Das Zusammentreffen der Menschen in der Gallery macht die Kunst lebendig und kann so in das Leben der Leute eingebunden werden. Die Räumlichkeiten können zum Beispiel für Veranstaltungen gemietet werden, wobei auch das Restaurant, das täglich geöffnet hat, besucht werden kann. Auch hier wird großer Wert auf die Kunst gelegt. So werden nicht nur die landesüblichen kleinen Snacks und Speisen angeboten, sondern auch zahlreiche und leckere Delikatessen ausgegeben, die das Erlebnis Kunst verschönern. Das Verhältnis zwischen Mensch und Kunst wird in der Art Gallery of Ontario also bis in das letzte Detail zelebriert. Einzig und allein die Dokumentenverwaltung, die einen wichtigen Teil der Arbeit in der Gallery ausmacht, ist nicht mit künstlerischen Zügen behaftet. Die Verwaltung ist allerdings auch nicht für Gäste einsehbar, was gut ist, da sonst die Atmosphäre der Gallery stark beeinträchtigt werden würde.


Dieser Bau zeigt erneut einmal mehr die Genialität von Frank Gehry, eines hervorragenden Architekten, dessen Schaffen für viele weitere Artikel neben dem über den Beekman Tower in der 8 Spruce Street in Lower Manhatten in New York City, USA auf baupedia.de sorgen wird!

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